Anbau Waisenhaus

Im Alter von 14 Jahren wurde die aus „Jakari“ stammende Vivian von einer Gruppe von fünf bewaffneten jungen Männern vergewaltigt. Sie wurde schwanger und gebar mit Hilfe gutmütiger und hilfsbereiter Nachbarn ein Mädchen. Um ihre Tochter zu ernähren, musste sie um Essen betteln, doch als das Militär einen Angriff auf bewaffnete Separatisten startete, wurde ihr Dorf niedergebrannt. Sie flüchte zu Fuß durch die Wälder in die Provinzhauptstadt Bamenda, wo sie mit ihrer Tochter auf der Straße lebte und bettelte. Als sie von dem „A better world“-Waisenhaus in Mbengwi hörte, lief sie zu Fuß weiter nach Mbengwi um dort Zuflucht zu suchen. Waisenhausleiter Seta Withgodep Wiertz beschreibt ihre Ankunft: „Sie kam in der Nacht zum fünften Januar hungrig, mit einem kranken Kind und mit Wunden an den Beinen am Waisenhaus an. Wir mussten sofort reagieren und gaben ihr etwas zu essen und brachten sie in ein Krankenhaus. Heute leben Vivian und ihre Tochter sehr glücklich im Waisenhaus und bekommen dort medizinische und psychologische Behandlung.“ Vivian strebt nun an, eine Ausbildung zur Friseurin zu machen.

Immer mehr Kinder geraten in dem seit 2017 in den anglophonen Regionen im Westen Kameruns wütenden Bürgerkrieg zwischen die Fronten und werden zu Waisen. Das Waisenhaus in Mbengwi zählte jahrelang 20 bis 30 Bewohner doch diese Zahl ist drastisch gestiegen. Nicht nur zahlreiche Waisen, sondern auch andere Flüchtende suchen dort derzeit Zuflucht und wöchentlich kommen neue dazu. Die Kinder schlafen auf dem Boden und in den Fluren, weil das Waisenhaus mittlerweile völlig überfüllt ist. Damit dort mehr Menschen Zuflucht vor dem wahllosen und grausamen Morden der Rebellen und des Militärs suchen können, soll nun ein Anbau gebaut werden.

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